Das Werk Falk Richwiens beruht einerseits auf den - seit der Romantik und der Aufklärung entwickelten – ästhetischen und ethischen Überlegungen der „ästhetischen Erziehung“ nämlich auf dem Glauben der Veränderbarkeit des Menschen, sowohl im positiv – utopist-ischen, als auch im negativ-destruktiven Sinne, anderseits auch auf der evolutionistisch pro-gressiven Idee, das die Bereicherung durch Kunst im inhaltlichen Sinn mit der Erweiterung der technisch – methodischen Möglichkeiten verbunden sei.
Zu beobachten ist die Tendenz einer spirituellen Überhöhung der Realität oder besser ihrer Transzendenz. Ein Problem das seit der Moderne auffällt, das Problem des abgespaltenen Individuums und sein Anspruch auf Allgemeingültigkeit kulminierte in der Frage nach der möglich Geltung einer „neuen Mythologie“ einer „Mythologie der Vernunft“.
Mit seinen Konzepten stellt der Künstler die gängige Praxis revisionistischer Richtungen der Gesellschaftsanalyse in Frage, eine Praxis, die letztlich auf der Akzeptierung der kulturellen Reglementierung der Triebbedürfnisse hinausläuft.
Falk Richwien zeigt eine Statusbestimmung Mensch, die sich in favorisierten Handlungsmustern zeigt, durch Abbildung von Realismen, reduziert nachgestellte alltägliche Situationen: oft sind es Handlungen oder verdeckte Muster und Antriebe, die sich dem Gesichtsfeld des Modernen Menschen entzogen haben, ihn aber umtreiben.
Gleichzeitig beschreibt er in seiner Malerei seit 2008 die Halbwelten des Berliner Nacht- und Tag Erlebens, dem er in der Metropole ausgeliefert ist. Zurückgreifend auf Techniken der Deutsch - östereischichen Realisten beschreibt Richwien ein aktuell nationales, international geprägtes Gesicht des Großstadtjungels.
Die Kunstaktionen und Videos materialisieren sich zu Bild-Objekten. Es entstehen dokumentarische und konstruierte Abbildungen: Videos, Texte, Objekte und Malerei.
Videofilme und Loops dokumentieren die Kunstaktionen oder sind inszeniere Serien aus monumentalen stillen Bildern.
Die großformatigen Plots oder Bildcollagen werden digital erarbeitet und mit Oel, Acryl, Lack, Tinte u.a auf die Leinwand aufgebracht.
Das Materielle, der Übergang in die räumliche Ebene, wird durch das aufbringen von Objekten an und auf der Bildebene simuliert. Objekte sind Protagonisten der Bilder und stehen in der Installation auch für sich selbst.